Immer geöffnet: Bücherhäusla in Zückshut lädt zum Schmökern ein

© Melanie Dirauf

Die Idee zum „Bookcrossing“, also zum Austausch von Büchern untereinander, ist nicht neu. Nur: Geht das auch im öffentlichen Raum? In vielen Städten finden sich bereits solche „öffentlichen Bücherschränke“, auch „Bücherzellen“ genannt, da oft ausrangierte Telefonzellen zum Einsatz kommen. Und auch Breitengüßbach hat sowas nun – und nennt die Idee „Bücherhäusla“.

Nicht überall gibt es eine Bücherei. Und wenn, dann hat die für ein paar Stunden in der Woche geöffnet – und nicht jeder potenzielle Leser findet genau dann Zeit, dort vorbeizuschauen. Und so möchte die Gemeindebücherei Breitengüßbach, die sich für das Bücherhäusla verantwortlich zeigt, auch auf diese Art neue Leser gewinnen. „Wo es keine Bücherei gibt, bringen wir eben die Bücher zu den Lesern“, erklärte Karin Schneiderbanger-Vogt, die Leiterin der Gemeindebücherei, bei der Eröffnung des Bücherhäuslas, das seinen Standort nun in Zückshut gefunden hat.

Dort soll es eine ganze Zeit lang bleiben. Nach vielleicht einem Jahr ist dann ein Wechsel in einen anderen Ortsteil denkbar, denn die ausrangierte Telefonzelle wurde vom Bauhof so umgestaltet, dass sie jederzeit versetzt werden kann.

Eins rein, eins raus

Rund 200 Bücher finden sich zum Start im Bücherhäusla. Das Prinzip der Ausleihe funktioniert ganz einfach: Wer ein Buch möchte, darf dieses kostenlos mitnehmen und bei Gefallen auch behalten, zugleich muss er das Häusla aber mit einem Buch aus seinem eigenen Besitz füttern. Es findet somit ein Büchertausch statt, der das Häusla immer wieder mit neuer Literatur bestücken wird. Zum Start hat die Gemeindebücherei für eine große Auswahl gesorgt – und auch Manfred Herl, der die kirchliche Segnung vornahm, hatte gleich ein weiteres Buch dabei: Das Buch der Bücher – die Bibel.

Für Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder war die Eröffnung in Zückshut ebenfalls ein ganz besonderer Termin. Denn sie setzte sich dafür ein, dass einer der beiden in Breitengüßbach abgebauten Telefonzellen nun ihren Weg zurück in die Gemeinde gefunden und eine neue Aufgabe bekommen hat. Umsonst gab es die übrigens nicht – 1.500 Euro kostet eine solche ausrangierte Telefonzelle noch. Vom Bauhof wurde sie umgebaut, vom Werbetechniker zum Sonderpreis beklebt. Im Erzbistum Bamberg (Landkreis Bamberg) ist das Bücherhäusla bislang etwas Einmaliges, wie Melanie Dirauf vom St. Michaelsbund, der die Büchereien intensiv betreut, erklärte.

Zum kleinen Fest waren viele Besucher gekommen, Zückshuter Familien hatten Kuchen gebacken und der Kids-Treff sowie die Feuerwehr waren zum Verteilen von Kaffee und Kuchen sowie zur Absperrung der Straße ebenfalls vor Ort. Die Einnahmen des Tages gingen dann auch an den Kids-Treff.

 

Quelle: „Johannes Michel, www.NachrichtenamOrt.de