Militärkonversion Munitiondepot (MUNA) Breitengüßbach

Der Begriff Konversion leitet sich von dem lateinischen Wort „conversio” ab, was so viel bedeutet wie Umwenden oder Umkehr. Im städtebaulichen Sinn ist in diesem Fall die Umnutzung und Umstrukturierung von militärisch genutzten Flächen zu verstehen.

Im Jahr 1935 wurde im östlichen Bereich von Breitengüßbach ein ca. 131 ha großes Areal als MUNA-Gelände errichtet. Von 1935 bis 1945 wurde das Gelände von der deutschen Luftwaffe als Luftmunitionsanstalt genutzt. In der Zeit 1945 bis 1954 nutzte die US-Armee das Munitionsdepot. Im Zeitraum von 1954 bis 1956 der Bundesgrenzschutz Coburg und ab 1956 bis 2004 die Bundeswehr.

Nach Aufgabe der militärischen Nutzung im Jahr 2007 konnte das gesamte Areal von der zu diesem Zweck gegründeten EGB-Entwicklungsgesellschaft Breitengüßbach mbH von der Bundesrepublik Deutschland (damals Bundeswehrverwaltung, jetzt Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz: BImA) erworben werden.
Das ehemalige Munitionsdepot, das komplett umzäunt war, gliederte sich in den „Äußeren Bereich” = Verwaltungsbereich (Büros, Wohngebäude Versorgungseinrichtungen) und den „Inneren Bereich“ = Gefahrenbereich (Bunker, Arbeitshäuser, ehem. Bahnhof). Der „Innere Bereich” ist fast vollständig bewaldet.
Für den „Äußeren Bereich“ ist die Konversion bereits vollzogen. Auf einer Fläche von ca. 35.000 m2 wurde im Jahr 2008 der Bebauungsplan am Klingen I rechtskräftig. Das zur Verfügung gestellte Bauland (Mischgebiet und Wohngebiet) ist, gemäß dem damaligen Nutzungskonzeptes, vollständig bebaut.
Für die enorme Restfläche im „Inneren Bereich” liegt kein Konzept vor. Jedoch hat die Gemeinde Breitengüßbach mit der Audi Stiftung für Umwelt GmbH im Jahr 2011 das Projekt Umweltzentrum Breitengüßbach „Klassenzimmer Natur” (Artenschutz- und Umweltbildungszentrum) realisiert.

2023 läuft die Frist für die Kaufpreisbindung an die BImA aus. Aus diesem Anlass heraus, ist die Gemeinde Breitengüßbach bestrebt, rechtzeitig die Nachnutzung des „Inneren Bereichs” im Sinne einer geordneten städtebaulichen und landschaftsplanerischen Entwicklung vorzubereiten bzw. zu regeln.
Der Standort und die Aufgabe sind hoch komplex. Die Bandbreite zu berücksichtigender Punkte reicht von Fragen hinsichtlich Altlasten bis zur Einordnung des überregional bedeutsamen Lebensraumes für die vorkommende Pflanzen- und Tierwelt und den sich daraus ergebenden Folgerungen für das weitere Vorgehen.

Der Gemeinderat hat daher in seiner Sitzung vom 04.12.2018 für die Teilfortschreibung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes der Gemeinde Breitengüßbach (ISEK) für die Konversion des ehemaligen „Munitionsdepot Breitengüßbach” beschlossen und wird dabei von der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG, Nürnberg unterstützt.

Nächste Schritte:

  1. Vorstellung des Rahmenbedingungen in der Gemeinderatssitzung am 04. Februar 2020
  2. Festlegung der Zusammensetzung der Lenkungsgruppe „Nachnutzung MUNA”
  3. Ermittlung von Ideen und Wünschen der Bürgerinnen und Bürgern zur Nachnutzung durch einen Online-Fragebogen (bis 19.07.2020)
  4. Workshop mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern im „Grünen Gelände”
  5. Ausarbeitung und Fertigstellung eines Nachnutzungskonzeptes